Bär, Läufer / 34
Holzart
Japanische Eibe
Arbeitstechnik
Geschnitzt
Artist
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Herstellungsjahr
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Beschrieb
HOKKAIDO KUMA-BORI
(Bärenschnitzen) in Japan
Auf den Spuren des Bärenschnitzens in Hokkaido, Japan
Geschnitzte Bären waren bekannte Souvenirs aus Hokkaido, Japan. Hokkaido ist die zweitgrösste nördliche Insel des Landes. Die Winter sind besonders streng mit viel Schnee, Temperaturen unter Null Grad und gefrorenen Seen. Die Sommer sind ebenfalls kühler als in den andern Landesteilen. Beinahe jede Familie besitzt mindestens einen geschnitzten Bären. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Hokkaido eine beliebte Feriendestination und viele Reisende kauften Bärenschnitzereien als Souvenirs für ihre Familien und Freunde. Die bekannteste Figur ist der Bär, der einen Lachs in seinem Mund trägt. Andere Figuren sind wilde oder knurrende Bären. Es gibt immer noch wilde Bären auf Hokkaido und die Holzbildhauer schöpften oft aus ihren eigenen Erfahrungen mit Bärenattacken. Viele Japaner glauben, dass diese Art der Holzbildhauerei ihren Ursprung in Hokkaido habe. Die ursprüngliche Inspiration scheint jedoch aus Brienz zu stammen. Geschnitzte Vorlagen aus der Schweiz können im historischen Museum von Yakumocho, Hokkaido gefunden werden. Diese Holzbildhauereien wurden vom Marquis Yoshichika Tokugawa (1886 –1976), dem letzten Lord der Familie Owari Tokugawa nach Hokkaido gebracht. Er war Botaniker und politischer Aktivist. 1921–1922 reiste er mit seiner Frau durch Europa, wo er sogar eine gewisse Zeit mit Albert Einstein auf dem Schiff Hakonemaru» verbrachte. Tokugawa Yoshikatsu (1824 –1883) war ein Pionier in der Region Yakumo-cho, welche später Heimat der Tokugawa Nojo-Farm wurde. Dieser Betrieb war offen für Mitglieder der Familie Owari Tokugawa und Bauern, die sich dort ansiedelten. Yoshichika Tokugawa besuchte diese Farm häufig und bemühte sich um die Unterstützung der lokalen Kultur. Das Leben der Neusiedler war sehr hart. Das Klima in Hokkaido ist sehr kalt, und viele der Siedler waren davor Samurai-Krieger und nicht Bauern. Yoshichika Tokugawa war sehr bekümmert über das geringe Einkommen während der Winterzeit und suchte nach Wegen, um ihren Lebensunterhalt zu verbessern. Als er durch die Schweiz reiste, war er von den Schweizer Holzbildhauern beeindruckt. Diese waren in ganz Europa bekannt. Er brachte hölzerne Bären und andere Schnitzereien, wie Brieföffner, Federhalter, Flaschenkorken, Teller, Zigarettenschachteln und Nähkästlein zurück nach Japan. Er zeigte diese Gegenstände den Siedlern und ersuchte sie, ähnliches während der Wintermonate herzustellen. Er versprach, alle ihre Schnitzereien zu kaufen, auch wenn sie schlecht gemacht seien. Nach und nach verbesserte sich das Können der Holzbildhauer und ihre Schnitzereien wurden wie erhofft zu einem Zusatzeinkommen. Der geschnitzte Hokkaido Bär gewann schnell lokalen und weltweiten Ruhm. Auch heutzutage verbleiben sie ein traditionelles Souvenir. Leider ist die Nachfrage gering und nur noch wenige Holzbildhauer üben diese Kunst aus. Geschnitzte Eulen haben die Bären als beliebtestes Souvenir abgelöst.



